Was macht unser Ortsbeirat?

Welche Aufgabe hat der Ortsbeirat?
In allen Stadtteilen Kiels gibt es Ortsbeiräte, sie haben die Aufgabe, in Angelegenheiten mitzuwirken, die den örtlichen Bereich des jeweiligen Stadtteils betreffen. Sie sollen das Interesse der Bürger für die lokalen Aufgaben wecken, Anregungen aufgreifen und selber Anregungen geben. Sie sollen aber auch die Verbindung der Bürger zu ihrer Stadt stärken. Ein Ortsbeirat ist eine Einrichtung der Selbstverwaltung der Stadt und dem Wohl der Stadt insgesamt verpflichtet. Ihre Stellung gleicht einer Schaltstelle zwischen Bürger und Stadt.

Wie wird man Mitglied im Holtenauer Ortsbeirat?
Die Ortsbeiratsmitglieder werden von den Kieler Parteien vorgeschlagen und anschließend von der Ratsversammlung gewählt. Die Bewerber müssen nicht zwingend Parteimitglieder sein, denn die Parteien können auch parteilose Bürger in den Ortsbeirat wählen lassen.

Bekommt man dafür auch Geld?
Die Arbeit im Ortsbeirat ist ein Ehrenamt, als Aufwandsentschädigung werden jedem Mitglied pro Sitzung 25,- EUR gezahlt.


Foto: Hans Lauer
Rückblick: Dem Ortsbeirat wurden im September 2004 Listen mit 2.000 Unterschriften gegen die Schließung der Stadtteilbücherei überreicht. Herr Dr. Herholz nimmt sie als Vorsitzender entgegen.

Wann und wo tagt der Ortsbeirat?
Die Sitzungen finden monatlich an einem Dienstag im Gemeindezentrum in der Kastanienallee 18 statt. Die Termine werden im Infoblatt ProHoltenau veröffentlicht und finden sich auch in den Aushängen. Aktuelle Sitzungstermine sowie die jeweiligen Tagesordnungen stehen auch im Internet: www.kiel.de/ortsbeiraete/beirat.php

Sind die Sitzungen öffentlich?
Jeder Holtenauer kann diese Sitzungen besuchen und sich über die Ortsbeiratsarbeit informieren. Diese Möglichkeit nehmen tatsächlich jeweils 25 bis 40 Bürgern wahr, sie sprechen aktuelle Probleme aus dem eigenen Wohnumfeld an, die der Ortsbeirat dann prüft und in Ausschüssen, Ratsversammlung und Verwaltung zur Sprache bringt.

Welche Themen stehen auf der Tagesordnung?
Der Ortsbeirat wird von den zuständigen Ämtern und Betrieben über alle Angelegenheiten unterrichtet, die Holtenau betreffen und hierzu angehört, sofern diese Themen in der Ratsversammlung oder in einem Ausschuss behandelt werden. Außerdem kann der Ortsbeirat in Angelegenheiten, die Holtenau betreffen, selbst Anträge an die Ratsversammlung und die Ausschüsse stellen.

“Man kann ja doch nichts ändern.” Stimmt nicht ...

"Man kann ja doch nichts ändern!" oder "Die Zeit, mich da reinzuhängen, hab’ ich nicht" - so oder ähnlich klingt es, wenn vor Missständen kapituliert wird. Dabei stimmt das gar nicht, denn man kann sich ehrenamtlich und trotzdem erfolgreich für Veränderungen stark machen. Was der aktuelle Ortsbeirat, der seit 2003 im Amt ist, aufgegriffen und bewegt hat, sei hier in Beispielen genannt:

Umgestaltung am Eckenerplatz:
Wir haben die Oberbürgermeisterin überzeugt zumindest eine Minimallösung zu realisieren und vor einem Jahr erfolgte dann die Umgestaltung und verbesserte Platzpflege.

Hafentörn wieder ab Holtenau:
Als Ergebnis gemeinsamer Bemühungen mit Vertretern des SFK und WSA sowie von ProHoltenau legte nach 12 Jahren Pause seit dem 1. Mai 2005 wieder ein Fördeschiff in Holtenau an.

Ende der Startbahnverlängerung:
Planer und Befürworter erhielten ebenso wie die Projektgegner die Gelegenheit, den Holtenauern das Pro und Kontra zu erläutern. Teil-weise nutzten bis zu 200 Holtenauer die Ortsbeiratssitzungen, um sich ein eigenes Bild machen zu können, Fragen zu stellen oder Anregungen für unsere Arbeit zu geben. Wir haben uns monatlich über die aktuellen Fluggastzahlen und den Stand der Planungen informiert. Mittlerweile sind die Ausbaupläne vom Tisch.

... und was noch?
So haben wir uns sehr vielfältig eingesetzt und zwar für den Baumschutz und die Baumpflege, zur Verbesserung des Zustandes auf Kinderspielplätzen beigetragen und uns für die Schaffung von Krippenplätzen eingesetzt. In Sachen Schulwegsicherung, Tempo 30, sinnvolle Verkehrsmaßnahmen und Reduzierung von Schildern wurde einiges auf den Weg gebracht. Wir haben uns eingesetzt gegen höhere Hallengebühren und damit den TuS unterstützt, gegen eine Änderung der Betriebszeiten der Kanalfähre, gegen einen Totalabriss des Lotsenturmes und für den Erhalt der Stadtteilbücherei und des Jugendtreffs sowie für einen Kreisverkehr am Ortseingang. Und zu guter letzt: Unser Einsatz für eine Wegeverbindung nach Fr'ort östlich des Flughafengeländes hat zumindest dazu geführt, dass nun endlich den Fahrradweg auf der westlichen Seite verbreitert wird und man direkt (ohne durch den Tunnel zu müssen) am Flugplatz nach Fr'ort weiterfahren kann. Man kann viel ändern!

Autor: Björn Sander

© Arbeitskreis PRO HOLTENAU 2006