Neue Fördermittel aus EU-Töpfen winken. Insgesamt stehen für Schleswig-Holstein bis 2013 (für die Bereiche ländl. Raum, Wirtschaft, Arbeit u. Fischerei) ca.1,4 Mrd. Euro an öffentlichen Fördermitteln zur Verfügung. Eine beachtliche Summe, für welches passende Projekte gefunden und angemeldet werden müssen, wenn es nicht verfallen soll. Die Zeit drängt, neue Ideen müssen her und so haben Gemeinden vielfältige Gemeinsamkeiten entdeckt (z. B., dass Radwege nicht an Gemeindegrenzen enden) und schließen sich zu sog. AktivRegionen zusammen.
Laut anliegender Karte könnte sich Schleswig-Holstein in 20 AktivRegionen aufteilen. Die LH Kiel mit ihren drei nördlichen Stadtteilen Holtenau, Friedrichsort und Schilksee ist hier als "weiße Insel" zu erkennen. Nördlich des Kanals hat sich bereits die AktivRegion Dänischer Wohld - Hüttener Berge zusammengeschlossen. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts orientierte sich auch Holtenau nach Norden und erst der Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals hat den Blickwinkel radikal verändert. Holtenau als süd-östlichster Zipfel des ehemaligen Herzogtums Schleswigs, lag auf der dänischen Seite der Reichsgrenze. Dänischer Zeitzeuge in Holtenau und damaliger Besitz des Dänischen Königs ist das historische Kanalpackhaus, auch "dänisches Lagerhaus" genannt. In Friedrichsort ist es die Festung am Falkensteiner Strand.
Es stellt sich die Frage, welchen Sinn eine Beteiligung der nördlichen Stadtteile in der geplanten AktivRegion hat und wem hieraus welche Vorteile erwachsen. Holtenau befindet sich momentan im Wandel. Ab 2012 wird das gesamte Holtenauer Unterland bis nach Friedrichsort frei werden. Holtenau
kann sich also in Richtung Norden ausdehnen, hin zur Gemeinde Altenholz und wieder in Richtung Pries, wovon der Ort vor 100 Jahren durch Militär und Flugplatzbau getrennt wurde. Auch die Landeshauptstadt steht dem Projekt positiv gegenüber, denn die Zugehörigkeit Holtenaus zu Kiel wird schließlich nicht infrage gestellt und aktive, selbstbewusste Stadtteile mit eigenem Profil und touristisch attraktiven Angeboten werten das Image der Stadt erheblich auf. Diese muss eisern sparen und so manches förderwürdige Projekt könnte über die geplante AktivRegion in Angriff genommen werden und damit die Stadt entlasten. Und warum möchte das Umland die drei nördlichen Stadtteile gerne mit in den AktivVerbund aufnehmen? Gemeinsam wird eine Einwohnerzahl von 95.000 erreicht und damit die geforderte Größenordnung für die Anmeldung einer AktivRegion. Im Vordergrund dürften wohl geografische und geschichtliche Gründe stehen und in erster Linie der Vorteil, mit attraktiven Sehenswürdigkeiten in Holtenau, Friedrichsort und Schilksee für die Region richtig punkten zu können. Erst so könnte ein interessantes Päckchen für den Wettkampf um Fördertöpfe geschnürt werden, aus dem sich mit engagierten Akteuren vor Ort eine wettbewerbsfähige Kulturlandschaft mit hoher Lebensqualität entwickeln ließe.
Swg
© Arbeitskreis PRO HOLTENAU 2007